Shopify Order Printer: Anleitung, Migration und Alternativen
Die alte Order-Printer-App ist abgekündigt. Was das für deine Vorlagen heißt, wie die Migration abläuft – und wann eine automatische Lösung sinnvoller ist.
Wer in Shopify Belege drucken will, landet früher oder später bei Order Printer. Rund um die App hat sich in den letzten Monaten aber etwas Wichtiges geändert: Es gibt sie inzwischen in zwei Ausführungen, und die ältere hat Shopify abgekündigt. Dieser Beitrag klärt, welche Version du vor dir hast, wie du deine Vorlagen hinüberrettest – und wann es sinnvoller ist, Belege gar nicht mehr manuell zu drucken.
Zwei Apps, ein Name
Zu unterscheiden sind drei Dinge, die alle ähnlich heißen:
- Order Printer (legacy) – die ursprüngliche, kostenlose App von Shopify. Abgekündigt.
- Shopify Order Printer – der Nachfolger von Shopify, ebenfalls kostenlos, mit demselben Funktionsumfang und besserer Leistung.
- Order Printer Pro – eine eigenständige Drittanbieter-App mit erweitertem Funktionsumfang. Von der Abkündigung nicht betroffen.
Welche Version bei dir läuft, siehst du in der App-Liste deines Shopify-Admins: Dort steht entweder „Order Printer“ oder „Shopify Order Printer“. Führst du beide gleichzeitig, ist das kein Fehler – während der Migration sollen sie sogar nebeneinander installiert sein.
Was die Abkündigung konkret bedeutet
Shopify formuliert es im Hilfebereich unmissverständlich: Die alte Order-Printer-App sei abgekündigt und werde weder unterstützt noch gepflegt. Wer sie weiter nutzt, riskiert nach Shopifys eigener Formulierung Störungen oder Druckfehler (Quelle: Shopify Hilfebereich, abgerufen am 28. August 2026).
Zwei Dinge, die dabei oft falsch verstanden werden. Erstens: Shopify nennt kein Abschaltdatum. Die alte App bleibt vorerst verfügbar, damit Zeit für die Migration bleibt – wer heute noch damit druckt, steht also nicht morgen ohne Belege da. Zweitens: Betroffen ist nur die alte App von Shopify, nicht Order Printer Pro und auch nicht andere Druck-Apps aus dem App Store.
Weil Shopify keinen Stichtag genannt hat, ist jede Angabe eines konkreten Abschaltdatums Spekulation. Der Anlass zur Migration ist real, die Eile ist es nicht.
Die Migration der Vorlagen Schritt für Schritt
Deine selbstgebauten Liquid-Vorlagen musst du nicht neu schreiben – Shopify bringt einen Import mit, der die Liquid-Variablen automatisch auf den neuen Stand hebt. Nach Shopifys Angabe funktionieren die meisten Vorlagen anschließend unverändert.
- Die neue App „Shopify Order Printer“ installieren.
- Im Admin die App öffnen und zu den Vorlagen gehen.
- Auf „Importieren“ klicken und den Import im Dialog bestätigen.
- Die importierten Vorlagen ansehen und einen Testdruck machen.
Der wichtigste Punkt steht in Shopifys Anleitung als ausdrückliche Warnung: Deinstalliere die alte App nicht, bevor der Import durch ist. Beide Apps müssen während der Übertragung installiert sein – sonst ist die Vorlagenquelle weg, bevor das Ziel sie gelesen hat.
Sollte eine komplexere Vorlage nach dem Import nicht sauber aussehen, liegt es meist an Liquid-Konstruktionen, die der automatische Umbau nicht auflösen konnte. Shopify hat dafür eine eigene Fehlerhilfe im Migrationsleitfaden.
Wenn nach dem Import etwas nicht stimmt
Der automatische Umbau der Liquid-Variablen deckt die gängigen Fälle ab, aber nicht jede selbstgebaute Konstruktion. Typische Stolpersteine, die sich beim Testdruck zeigen:
- eigene Schleifen über Bestellpositionen, die auf Feldnamen zugreifen, die es so nicht mehr gibt
- fest eingetragene Beträge oder Steuersätze, die nie aus den Bestelldaten kamen
- eingebundene Schriften oder Bilder von externen Adressen, die im Druck fehlen
- Seitenumbrüche, die bei langen Bestellungen an der falschen Stelle sitzen
Praktischer Rat: Drucke nach dem Import bewusst eine schwierige Bestellung zur Probe – eine mit vielen Positionen, einem Rabatt und einer ausländischen Adresse. An einer Bestellung mit einer einzigen Position sieht jede Vorlage gut aus.
Was sich mit Order Printer drucken lässt
Die App ist nicht auf Rechnungen beschränkt. Üblich sind drei Dokumenttypen, die du als getrennte Vorlagen anlegst:
- Rechnung oder Quittung als Beilage für den Kunden
- Lieferschein beziehungsweise Packzettel fürs Lager
- Kommissionierliste, die mehrere Bestellungen zu einer Pickliste zusammenfasst
Gerade die Kommissionierliste ist ein guter Grund, Order Printer auch dann zu behalten, wenn die Rechnungen längst woanders entstehen: Sie ist ein reines Lagerdokument ohne steuerliche Anforderungen, und dafür ist eine frei gestaltbare Druckvorlage genau das richtige Werkzeug.
Vor der Migration: Vorlagen sichern
Der Import überträgt deine Vorlagen, aber eine Sicherung außerhalb von Shopify hast du damit nicht. Wenn du über Jahre an einem Template gefeilt hast, lohnt sich der eine Minute dauernde Zwischenschritt: Öffne jede Vorlage in der alten App, markiere den kompletten Liquid-Code und lege ihn in einer Textdatei ab.
Der Grund ist weniger die Angst vor einem fehlerhaften Import als die Vergleichsmöglichkeit danach. Wenn eine importierte Vorlage anders aussieht als vorher, willst du Zeile für Zeile nachsehen können, was der automatische Umbau geändert hat. Ohne das Original bleibt nur Raten.
Wofür Order Printer gut ist
Die App macht eine Sache und macht sie zuverlässig: Sie druckt Dokumente zu deinen Bestellungen, und du bestimmst per HTML und Liquid, wie sie aussehen.
- Schnelles Drucken im Admin, auch für mehrere ausgewählte Bestellungen
- Volle Layout-Kontrolle für alle, die mit HTML und Liquid umgehen können
- Kostenlos
Für viele Shops ist genau das die richtige Wahl – besonders, wenn du gelegentlich einzelne Belege ausdruckst und gern selbst am Template feilst.
Wo eine Druckvorlage systembedingt aufhört
Order Printer ist ein Druckwerkzeug, kein Rechnungssystem. Daraus ergeben sich Grenzen, die keine Vorlage der Welt aufhebt:
| Anforderung | Druckvorlage | Rechnungssystem |
|---|---|---|
| Beleg entsteht | Wenn du druckst | Wenn die Bestellung bezahlt ist |
| Fortlaufende Nummer | Muss von woanders kommen | Wird vergeben und lückenlos geführt |
| Steuerfall erkannt | Baust du als Bedingung ein | Wird aus Land, USt-IdNr. und Regime bestimmt |
| Versand an den Kunden | Von Hand | Automatisch per Mail |
| Korrektur nach Erstattung | Neue Vorlage von Hand | Gutschrift, auf Wunsch automatisch |
| Layout ändern | Im Code | Auswahl in den Einstellungen |
Vor allem der zweite Punkt wird unterschätzt. Eine Rechnungsnummer muss fortlaufend und lückenlos sein. Eine Druckvorlage kann sie nicht vergeben – sie druckt, was ihr übergeben wird. Wer nur mit Order Printer arbeitet, führt den Nummernkreis also weiterhin selbst.
Warum eine Druckvorlage keine Rechnungsnummer vergeben kann
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen, deshalb kurz der Grund dahinter. Eine Liquid-Vorlage ist eine Anzeigeschicht: Sie bekommt die Daten einer Bestellung gereicht und stellt sie dar. Sie merkt sich nichts. Druckst du dieselbe Bestellung morgen erneut, läuft dieselbe Vorlage mit denselben Daten – und liefert dasselbe Ergebnis.
Eine fortlaufende Rechnungsnummer braucht genau das Gegenteil: einen Zähler, der weiß, welche Nummer zuletzt vergeben wurde, der sie genau einmal ausgibt und der sie dauerhaft mit dieser einen Bestellung verknüpft. Das ist ein Zustand, den etwas speichern muss.
Behelfslösungen gibt es – manche Shops nutzen die Shopify-Bestellnummer als Rechnungsnummer. Das ist zulässig, solange sie fortlaufend und lückenlos bleibt, hat aber einen Haken: Stornierte und testweise angelegte Bestellungen verbrauchen ebenfalls Nummern, und der Nummernkreis beginnt nicht jedes Jahr neu. Wer damit arbeitet, sollte das bewusst tun und mit seiner Steuerberatung abstimmen, statt es nebenbei entstehen zu lassen.
Belegio als Alternative – mit anderem Schwerpunkt
Belegio ist keine bessere Druck-App, sondern ein anderer Ansatz: Der Beleg entsteht von selbst, sobald die Bestellung bezahlt ist, bekommt seine Nummer, kennt den Steuerfall und geht per Mail an den Kunden. Drucken kannst du trotzdem jederzeit – einzeln oder gesammelt für viele Bestellungen.
Vorlagen ohne HTML und Liquid
Wer bei „order printer template“ eigentlich ein ansehnliches Beleg-Design sucht, ohne zu programmieren, wählt in Belegio eines von sechs Layouts – Modern, Bold, Compact, Classic, Minimal und ein Geschäftsbrief im Aufbau nach DIN 5008 mit 20 Optiken – und hinterlegt Logo und Markenfarbe. Eine Live-Vorschau zeigt sofort, wie der Beleg aussieht. Alle Wege, die Rechnungsvorlage anzupassen
Steuerfälle, ohne sie ins Template zu bauen
- Deutschland 19 % und 7 %, Österreich 20 %, 13 % und 10 %
- Kleinunternehmerregelung mit dem Rechtshinweis des jeweiligen Sitzlandes
- EU-B2B mit Reverse-Charge, inklusive Prüfung der USt-IdNr.
- One-Stop-Shop für EU-B2C und steuerfreie Ausfuhr in Drittländer
Order Printer, Order Printer Pro oder Belegio?
Keine der drei Optionen ist grundsätzlich die richtige – sie lösen unterschiedliche Aufgaben:
- Du druckst gelegentlich, gestaltest gern selbst in Liquid und führst deinen Nummernkreis anderswo? Die kostenlose Shopify-App reicht. Wechsle dann auf die neue Version.
- Du willst beim Drucken bleiben, aber mehr Komfort und fertige Designs? Dann lohnt der Blick auf Order Printer Pro.
- Du willst, dass die Rechnung ohne Zutun entsteht, eine Nummer bekommt, per Mail rausgeht und die deutsche und europäische Steuerlogik ohne Code stimmt? Dafür ist Belegio gebaut.
Wenn du automatisieren willst, findest du die Einrichtung hier im Detail: Shopify Rechnung automatisch versenden
Hinweis: Angaben zu Shopify-Apps geben den Stand vom 28. August 2026 wieder. Steuerliche Aussagen sind eine allgemeine Einordnung und ersetzen keine Steuerberatung.
Belegio ist in der Launch-Phase kostenlos – alle Funktionen, unbegrenzte Belege, ohne Kreditkarte. Ein Angebot der Startphase, keine dauerhafte Preiszusage. Belegio im Shopify App Store ansehen
Häufige Fragen
Ist Shopify Order Printer kostenlos?
Ja, sowohl die alte als auch die neue Order-Printer-App von Shopify sind kostenlos. Sie drucken Belege auf Abruf; die Vorlagen passt du mit HTML und Liquid an.
Wurde Order Printer abgeschaltet?
Die alte Version ist abgekündigt und wird laut Shopify nicht mehr unterstützt oder gepflegt. Ein Abschaltdatum hat Shopify nicht genannt – die App bleibt vorerst verfügbar, damit Zeit für die Migration bleibt. Stand: 28. August 2026.
Gehen meine Vorlagen bei der Migration verloren?
Nein. Die neue App importiert die Vorlagen aus der alten und hebt die Liquid-Variablen automatisch auf den neuen Stand. Wichtig ist, die alte App erst nach dem erfolgreichen Import zu deinstallieren.
Was ist der Unterschied zwischen Order Printer und Belegio?
Order Printer druckt Belege auf Abruf und überlässt dir Layout und Nummernkreis. Belegio erstellt die Rechnung automatisch bei Zahlungseingang, vergibt die fortlaufende Nummer, wählt den Steuerfall und verschickt sie per Mail – drucken kannst du zusätzlich.
Kann ich mit Belegio auch im Bulk drucken?
Ja, einzelne Bestellungen oder mehrere Belege gesammelt, direkt im Shopify-Admin.
